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Finally arrived: Erste Eindrücke von Budapest

Freitagabend, 19 Uhr, Budapest. Der erste März, der Beginn eines neuen Monats und eines neuen Abenteuers. Alleine versuchte ich mein Gepäck nicht aus den Augen zu lassen, Geld zu wechseln, ein Taxi zu finden. Geschafft. Ohne, dass ich mir vom Mann am Geldwechsel-Stand Falschgeld andrehen ließ und ohne, dass mir etwas geklaut wurde. Nach kurzer Taxifahrt (gegen ein viel zu hohes Entgelt, aber egal) stand ich vor der Wohnung, klingelte… und wartete. Dann ging es in die Wohnung, mit insgesamt drei Taschen in den dritten Stock. Angekommen. Und dann die Enttäuschung…

Die Wohnung ist eine Enttäuschung, denn ohne richtiges Warmwasser und Sauberkeit fühle ich mich nicht wohl. Aber das lässt sich ändern, die Putzmittel sind gekauft und schon genutzt und am Samstag geht es zum schwedischen Möbelriesen, um mich mit dem Wichtigsten (Teller, Besteck, Schneidebrett, jeweils eigen und neu) auszustatten. Dann kann ich sicherlich auch über den anderen Dingen stehen, beispielsweise dank einer Duftkerze über dem Gasgeruch im Zimmer (das steht in keinem gefährlichen Widerspruch).

Budapest-16Doch nun zu Budapest selbst. Ich wohne sehr zentral in einer Seitenstraße der Andrassy ut (ut / utca = Straße), das ist die berühmteste Boulevardstraße hier (2,5 Kilometer lang laut Wikipedia). Diesen alleen-artigen Boulevard habe ich Samstag und Sonntag schon beschritten, erst Richtung Oktogon, dem Verkehrsknotenpunkt, dann weiter in Richtung Donau, vorbei an der Oper und der St.-Stephans-Basilika zur Kettenbrücke, die ihr oben seht. In den nächsten Tagen werde ich in die andere Richtung der Andrassy ut laufen, um mir den Heldenplatz, den Park und den dortigen Zoo anzusehen. Auch der Zirkus ist da, alles Punkte auf meiner Liste der sehenswerten Highlights.

Ein paar Facts über Budapest:

  • Mülltrennung und Pfand gibt es hier nicht,
  • dafür die meisten Geschäfte, die man auch aus Deutschland kennt. Obi, MediaMarkt, Lidl, dm, Rossmann und die üblichen Verdächtigen,w as Kleidung angeht: H&M, Zara, Mango und Co. Worauf ich mich shoppingt-technisch freue: Bershka und Stradivarius, was man am Bodensee nicht bekommt.
  • Hunde verrichten ihr Geschäft einfach überall, selbst auf dem Kunstrasen der Andrassy ut.
  • Budapest hat wunderschöne Altbauten, um die sich leider niemand kümmert. Selbst auf der Andrassy ut gibt es leere Gebäude, die verfallen, beispielsweise gegenüber der Oper. In den Seitenstraßen sieht es noch heftiger aus. Schade.
  • Englisch ist Weltsprache, doch hier sprechen viele Menschen nur Ungarisch. Für mich wurde das bereits am ersten Morgen zum Problem, denn mit Händen und Füßen zu erklären, dass ich nur 3000 Forinth habe und die Kassiererin bei einem höheren Betrag stoppen soll, war schwierig.
  • Die Währung ist auch so eine Sache: ein Euro sind ca. 290 Forinth nach aktuellem Wechselkurs, das heißt meine 3000 Forinth waren ca. 10 Euro. Das wusste ich Samstagmorgen noch nicht, für mich hatte ich einfach Scheine mit großen Zahlen darauf eingewechselt. Die großen Zahlen relativieren sich allerdings wieder, ein Joghurt kostet 189 Forinth. So schrumpft das scheinbare Vermögen sehr schnell zusammen, Umdenken ist angesagt.
  • Die Mediatheken der Privatsender merken, dass ich nicht in Deutschland bin, so dass ich beispielsweise Germany’s next topmodel und einiges mehr nicht anschauen kann. Manche Angebote gehen, manche nicht, sehr merkwürdig.

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5 Kommentare

  • Antworten
    Leeri
    5. März 2013 um 01:40

    Ojeee, und an der Wohnsituation kannst du auch nicht ändern? Ich wäre bei sowas ja total durchgedreht 😀 Kein Warmwasser und Gasgeruch? Ooooh Gott.
    Mülltrennung und Pfand sind auch rein deutsche Erfindungen 😀
    Verlassen Altbauten schreien aber förmlich nach Lost Places Fotografie ne? 😉
    Und das mit den „großen“ Geldsummen kenn ich noch von damals, als ich auf nem Austausch in Italien war und die noch Lire hatten…da war ich mit 10 000 Lire ausgestattet, um mir auch nem Ausflug Souvenirs oder einen Snack zu kaufen :DD

  • Antworten
    Ariane
    5. März 2013 um 15:13

    Ohh wie spannend 🙂 Ich hoffe, du kannst dich gut einleben! Und ich freu mich schon sehr auf die ersten Fotos.

    Kein Warmwasser ist nicht so schlimm, wie es klingt, aus eigener Erfahrung: man gewöhnt sich mit der Zeit dran… nur die Überwindung, in die Dusche zu steigen, ist am Ende noch genauso schwer 😀
    Das mit der Sprache stelle ich mir wirklich abenteuerlich vor, vor allem, weil Ungarisch ja auch noch so schwer zu erlernen ist – aber du bekommst das sicher schnell hin!

    • Antworten
      Ariane
      6. März 2013 um 21:23

      Ohje, das klingt gar nicht gut :/ Dann hoffe ich, dass du entweder was an der Situation verbessern oder dich wenigstens noch einigermaßen einleben bzw. damit zurechtfinden kannst! Ein schönes Zuhause ist in der Fremde ja immer wichtig, um sich wohl zu fühlen 🙂

      Haha 😀 Ich habe zwei Freundinnen, die jeweils ein bzw. ein halbes Jahr in Ungarn gelebt haben, und die haben mir schon ziemliche Horrorgeschichten von der Sprache erzählt. Ich glaube, die kann man gar nicht wirklich lernen, egal, wie lange man dort lebt…

  • Antworten
    chani
    6. März 2013 um 00:11

    hallo du.

    hab gerade deinen Kommentar gelesen. leider weiß ich nicht, wie das design bei dir aussieht und kann auch nicht beurteilen, ob es bei anderen auch so „zerstört“ ist. bei mir siehts prima aus.
    vielleicht kannst du mir bei gelegenheit einen screenshot machen und mir dann die bild-url in einem kommentar posten.

    viele liebe grüße : )

  • Antworten
    Rosemarie Bernhardt-Clericus
    9. März 2013 um 13:53

    Liebe Isabelle, ich bin sehr stolz auf Dich. Toll, wie Du Deinen Weg gehst auf so besondere mutige Weise. Ich bin begeistert von Deiner Homepage, Deinen einzigartigen Texten und Bildern, Blogs, Recherchen, Rezepten. Die Art, wie Du schreibst ist einfach wundervoll. Ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg bei allem, das Du tust. Super, wie Du alles meisterst 😉 Herzliche Grüße Rosemarie

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