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Was ich außer Bloggen mache: Die Campuls

Mein Leben spielt beim Konstanzer Hochschulmagazin Campuls keine Rolle, dafür die Photographie: Seit einigen Monaten bin ich Photographin und schreibe ab&zu auch einen Artikel. Das Magazin erscheint drei Mal pro Semester und hat jeweils ein Überthema, das wir in Artikeln von verschiedenen Seiten beleuchten. Das  Thema der aktuellen Ausgabe ist Tod – ein Thema, das mit Klischees überfrachtet ist dabei gehört der Tod zum Leben dazu, oder? Ich finde die aktuelle Ausgabe sehr gelungen, mit einem Klick aufs Bild könnt ihr es euch online anschauen.

Campuls Cover

Doch wie entsteht überhaupt ein solches Magazin? Ich habe die Chefredakteurin und den Layouter gefragt:

Die Chefredakteurin Theresa Horbach:

Die größte Herausforderung ist das Thema. Damit steht und fällt die komplette Ausgabe. Bei einem guten Thema sprudeln die Ideen, sei es im Bezug auf Fotos, Layout oder Texte. Bei einem weniger guten kann der ganze Prozess viel anstrengender sein. Dann heißt es aber trotzdem: Dran bleiben, immer noch einen Schritt weiter denken und sich nicht mit mittelmäßigen Ideen zufrieden geben. So kann auch ein schwieriges Thema zu einer tollen Ausgabe werden.

Der Layouter Roman Holland:

Die Aufgaben eines Gestalters sind vielfältig und spannend. Mit jeder Ausgabe fallen wiederkehrend folgende Aufgaben an: Auf das Redaktionstreffen mit Themenfindung folgt ein erster Rohentwurf. Anschließend Korrekturphase im Team, Bilder und Grafiken bearbeiten, Illustrationen anfertigen und der zweite Entwurf. Der wird von allen nochmal lektoriert, danach muss ich die Typografie im Detail bearbeiten und die Ausgabe für den Druck vorbereiten, außerdem für den digitalen Vertrieb vorbereiten. Der Gestalter achtet auch auf eine einheitliche Formensprache und kontinuierliche visuelle Weiterentwicklung des Heftes. Roman hat übrigens schon für die ganz Großen gearbeitet, zu sehen [hier].

Die Photographin Isabelle Arndt [ich]:

Das Cover ist immer am schwierigsten, denn das entscheidet, ob der vorbeilaufende Student zum Magazin greift oder nicht. Dieses Cover entstand spontan nachts per Fernauslöser, nachdem wir uns auf eine Richtung geeinigt hatten. Für die nächste Ausgabe bin ich aber beispielsweise schon bei der dritten Version, manchmal dauert es länger. Wir sind zwei Photographen und jeder entwickelt eigene Ideen, die Coverfindung ist ein Prozess. Außerdem ist jeder Artikel bebildert, je nach Länge mit einem oder mehreren Photos. Diese entstehen in Zusammenarbeit mit der schreibenden Kollegin, entweder bei einem Termin vor Ort oder als sinnbildliche Umsetzung des Themas.

Wissenswertes zu Arbeit & Team:

In Konstanz wird das Hochschulmagazin von etwa einem Dutzend Studenten erstellt, bisher studieren alle an der Uni und viele auch Literatur-Kunst-Medien wie ich. Das liegt aber nicht daran, dass andere Fachbereiche oder FH-Studenten nicht willkommen sind! Unser Layouter Roman ist der einzige mit Bachelor, zusammen mit unserem zweiten Photographen ist er auch der einzige Mann. Herausgeber ist die Seezeit, das örtliche Studentenwerk, und wir haben immer zwei sogenannte Seezeit-Themen. Außerdem ist der Mensaplan für Uni & FH enthalten. Ich finde wir sind ein gutes Team, bei den Redaktionstreffen werden alle Artikel gegengegelesen und besprochen und zukünftige Themen gemeinsam erschlossen. Für seine Arbeit erhält man eine kleine Aufwandsentschädigung, doch ohne Herzblut lohnt sich das nicht.

FAZIT: Mir macht die Arbeit großen Spaß, denn ich sehe es als photographische Herausforderung. Man lernt beständig Neues kennen und trifft Menschen mit Anliegen, von deren Existenz man nicht einmal eine Ahnung hatte – ich kann mir kaum einen spannenderen Job vorstellen. Wobei das natürlich mehr als ein Job ist, es ist geradezu Berufung. Umso mehr freue ich mich, dass in der aktuellen Ausgabe Texte und Bilder von mir zu finden sind.

Engagiert ihr euch auch an eurer Hochschule?

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5 Kommentare

  • Antworten
    Petra
    19. Dezember 2013 um 11:35

    Ahhh, sehr cool, mal in die Arbeit von anderen Hochschulmagazinen Einblick zu erhalten! 🙂 Ich bin seit Ende Oktober die Chefredakteurin bei unserem Hochschulmagazin, presstige. Eine ziemlich verantwortungsvolle Aufgabe, aber es macht sehr Spaß! Außerdem fotografier‘ ich auch hin und wieder was und kümmer‘ mich momentan verstärkt um Social Media usw. 🙂

    Ich komm‘ ja selbst vom Bodensee, hab aber hier zum ersten Mal was von der Campuls gehört – coole Sache! 🙂

    Vielleicht mag ja mal jemand bei uns reinschauen: http://www.presstige.org

    Liebe Grüße,
    Petra

  • Antworten
    Ninjutsu
    19. Dezember 2013 um 23:22

    Früher habe ich in der Orientierungsstufe auch an einer Schülerzeitung sehr fleißig mitgewirkt. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht.
    Leider gab es sowas an der Schule wo ich danach war nur für Gymnasiasten, die haben dort den „Spargel“ rausgebracht.

    Liebe Grüße,
    Nina

  • Antworten
    Luise
    20. Dezember 2013 um 23:23

    Sehr gelungener Post! Genauso gelungen wie die letzte Ausgabe 😉

  • Antworten
    Ariane
    25. Dezember 2013 um 14:36

    Ich finde solche Hochschulzeitungen immer wahnsinnig spannend. Man merkt meistens, wie viel Liebe und Mühe drinsteckt, und oft sind die Artikel total spannend. Wir haben in Jena zwei Unizeitungen, eine „allgemeine“, die wöchentlich erscheint, und eine zu internationalen Themen, die einmal pro Semester erscheint. Die lese ich jedes Mal richtig gerne. Vielleicht sollte ich mich auch mal bei so was betätigen – aber ich stelle es mir auch sehr anstrengend vor.

    Eure neue Ausgabe hab ich mal durchgeblättert, vor allem die Kolumne von dir fand ich ja krass! Und auch die Lost Places, ganz toll.

  • Ich freue mich über Feedback <3