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Food-Photographie: Woher man Props bekommt

Jeder will schöne Bilder, ob machen oder sehen. In einer bildfixierten Gesellschaft wie der unseren entscheidet meist der erste Eindruck und damit vor allem ein Bild, ob ein Beitrag überhaupt gelesen wird. Doch wie werden Bilder eigentlich sehenswert? Eine Frage, auf die es nicht die eine Antwort gibt. Doch eins ist sicher: Was neben der Aufnahme zählt, ist die Gestaltung des Bildes. Denn eine Photographie ist mehr, als auf den Auslöser zu drücken. Besonders in der Food-Photographie, denn hier machen Props das Bild.

Foodphotographie woher Props Bild gestalten

Was sind Props?

Als Props zählen Teller, Besteck sowie weitere Utensilien zum Anrichten, Gläser und Stoffe wie die Tischdecke, Geschirrtücher oder Servietten. Außerdem themenspezifische Requisiten sowie Blumen.

Das waren meine Worte in meiner Bachelorarbeit zum Thema „Stereotypen der Food-Photographie“. Hintergründe und Farben begleiten das Thema Props – logisch, jedes Prop beeinflusst die Farbgebung und wenig bestimmt Bild(-gestaltung) so sehr wie ein heller oder dunkler Hintergrund.

Foodphotographie Props Geschirrtücher Foodstyling

Props erleichtern die Gestaltung eines Bildes deutlich, doch woher bekommt man die eigentlich? Beim Foodbloggercamp in Reutlingen habe ich das in die Runde gefragt und bekam Antworten wie „Überall, man muss nur die Augen aufmachen“ oder „Dieses Geschirrtuch habe ich in einem kleinen Laden in Frankreich gefunden“. Zufallsfunde in Frankreich wünsche ich mir auch, wenn da nur nicht diese Entfernung wäre…

Woher bekommt man Props?

Die üblichen Anlaufstellen sind klar: Butlers, Depot, NanuNana und Ikea. Doch die sind nicht in jedem Heimatort selbstverständlich. Das Internet ist da eine große Hilfe, besonders dank Seiten wie Netzshopping – dort finden sich mit dem Stichwort Geschirrtuch diverse Angebote von Butlers via Otto, Amazon, eBay etc. Geschirrtücher sind übrigens eindeutig der beste Freund eines Food-Bloggers, denn sie sind verhältnismäßig günstig, leicht zu verstauen und unheimlich dekorativ.

Auch Geschirr, Besteck und „themenspezifische Requisiten“, sprich: Osterhasen und Weihnachtsmänner, finden sich bei den großen Ketten und im Internet. Flohmärkte zählen zu den bewährtesten Tipps, machen sich allerdings erfahrungsgemäß genau dann rar, wenn man sie braucht. Deshalb gilt: Gezielt sammeln. Altes Silberbesteck kann man immer brauchen, ebenso ein besonders schönes Einzelstück. Damit ist nicht die zehnte Emaille-Kanne gemeint, doch eine davon schadet nicht. Wenn der nächste Flohmarkt auf sich warten lässt, helfen Dawanda oder eBay mit professionellen Flohmarkt-Shoppern. Lasst euch, ob on- oder offline, aber nicht ausnehmen und vergleicht  die Preise. Ihr braucht schließlich kein Meißner Porzellan und müsst auch keine Gesellschaft von zwölf Leuten verpflegen. Es geht um ein Bild und außergewöhnliche, auffällige Props werden meist nicht mehrmals in Szene gesetzt. Bei Netzshopping könnt ihr etwa nach Preis sortieren, das mache ich grundsätzlich.

Props Bild Stimmung Einzelstücke

Blumen sind schnell gekauft und unterstreichen Farbe und Motiv, Geschirr und Einzelstücke hätten wir auch abgehakt. Bleiben noch die Hinter- bzw. Untergründe, meine liebste Quelle dafür habe ich schon bei Ariane verraten: Der örtliche Baumarkt. Denn auch bei schrammeligen Holzbrettern liest man oft von Glücksfunden in der Nachbarschaft oder auf jenen Flohmärkten, die sich bei mir rar machen. Ein Laminatbrett reicht als Hintergrund für ein Set und kostet etwa vier Euro, das ist unschlagbar. Man könnte alternativ Holzbretter kaufen, lasieren und mit Schleifpapier und Zitronensaft bearbeiten, doch Laminat bleibt einfach und günstig. Meist darf man nur ein angebrochenes Paket plündern, ein Mitarbeiter hilft dann und berechnet den Preis – irritierte Blicke inklusive. Ebenfalls im Baumarkt lasse ich mir die Bretter halbieren, so dass ich sie zusammenstecken kann. Der Rest ist eine Frage der Perspektive – wer weiter ausholen möchte, sollte vielleicht zwei Bretter kaufen. Auch Tapetenmuster eigenen sich übrigens als Hintergrund, die gibt es teilweise sogar umsonst.

Kurztipp: Wie nutzt man Props?

Beim Kauf eines gelben Tellers oder einer türkisenen Schale ist vielleicht noch nicht klar, in welchem Bild und mit welchem Rezept sie später erscheinen sollen – Zufallsfunde sind meist die schönsten Funde. Bei aller Spontanität gibt es vor allem eins zu beachten: Die Anzahl. Denn mit einem schönen Teller wird auch ein Bild meistens hübscher, doch noch überzeugender wirken Wiederholungen. Deshalb kaufe ich meist zwei oder eher drei der Teller, gerne in aufeinander abgestimmten Farben. Nicht falsch verstehen: Ein Food-Foto sollte nicht überladen, aber stimmig sein. Selbst wenn es nicht der Teller ist, dann wiederholen viele Blogger eine Farbe oder eine Form. Je zufälliger das wirkt, desto besser – selbst wenn die meisten wissen, wie sorgfältig das Bild konzipiert ist.

Was Props angeht, hat man also tatsächlich die Qual der Wahl, wenn man sich ein wenig umschaut. Props sind ein tolles Mittel, um Bilder zu gestalten. Das sieht man an zahlreichen Blogger-Profis wie Vera von NicestThings, deren beeindruckende Food-Photographie ich in meiner Bachelorarbeit untersuchen durfte. Um schöne und einzigartige Props zu finden, lohnt sich ein Blick ins Internet und den örtlichen Baumarkt. Oder auf andere Blogs, vor wenigen Tagen hat etwa Chamy über Props geschrieben. Vielleicht habt ihr ja schon eine ganz eigene Quelle für Geschirrtücher, Geschirr und Hintergründe gefunden? Verratet ihr sie mir?

Dieser Beitrag wurde freundlich unterstützt von Netzshopping. 
Meine persönliche Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

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11 Kommentare

  • Antworten
    sarahsuperwoman
    11. April 2015 um 10:19

    Hallihallo! 😀
    Ich bin immer ganz neidisch, wenn ich sehe wie schön diese vielen tollen Food-Fotografien aussehen 🙂
    Auch finde ich es toll, dass du hier solch tolle „Anfängertipps“ gibst und somit mir ein paar gute Tipps geben konntest. Sowas sollte es viel öfter geben.

    Ich wünsche dir ein wundervoll sonniges Wochenende!
    Liebste Grüße,
    Sarah

    • Antworten
      ÜberSee-Mädchen
      11. April 2015 um 23:01

      Hallo Sarah, ich freue mich, wenn ich dir helfen konnte. Mir ging es eben auch so, dass ich am Anfang gar nicht wusste, woher ich solche Sachen bekomme. Lieben Gruß und schönes Wochenende!

  • Antworten
    TanjasBunteWelt
    11. April 2015 um 16:40

    Hallo,

    toll geschrieben. Flohmärkte sind wirklich eine tolle Fundgrube, denn dort bekommt man auch Einzelteile 😉
    LG Tanja

  • Antworten
    Ariane
    11. April 2015 um 20:36

    Das ist echt ein klasse Beitrag! Ich muss ja ehrlich sagen, dass ich meine Foto-Hintergründe und „Props“ tatsächlich zum Großteil vom Sperrmüll oder von Flohmärkten beziehe. Die Ikea-Fundgrube und der Baumarkt sind auch tolle Möglichkeiten – in so Läden wie Nanu Nana, Depot & Co. gucke ich größtenteils immer, was gerade im Angebot ist 😉 So kann man sich nach und nach eine kleine Sammlung zusammenstellen. Das mit den Zufallsfunden ist wirklich ein guter Tipp!

    • Antworten
      ÜberSee-Mädchen
      11. April 2015 um 23:00

      Um die Ikea-Fundgrube beneide ich dich sehr, bei mir ist der nächste Ikea einfach zu weit weg 😉 Und nach Angeboten schaue ich auch immer, gerade beim Depot habe ich da schon tolle und wunderhübsche Schnäppchen gemacht 😉 Danke dir und lieben Gruß

  • Antworten
    #sonntagslektüre 15/2015 | neontrauma.de
    12. April 2015 um 09:15

    […] von Übersee-Mädchen verrät in einem Blick hinter die Kulissen, woher sie ihre Requisiten für Food-Fotos […]

  • Antworten
    Sarah
    12. April 2015 um 17:20

    Toller Beitrag. Jetzt hast du mich allerdings auf deine Bachelor-Arbeit angefixt. Ich habe eben schon im Internet gesucht, konnte aber nichts finden (manchmal stehen solche Arbeiten ja über die Unis im Netz). Planst du, sie hier noch zu veröffentlichen? Zumindest in Auszügen? Oder kann man sie sonst irgendwo lesen? Finde das Thema wirklich sehr spannend, und gerade wenn du Veras tolle Bilder mit untersucht hast…

    Ansonsten kann ich noch eine Quelle empfehlen, bei der ich Props beziehe (und auch wieder zurückgebe). Es gibt in meiner Stand einen „Laden“, der nennt sich Recyclingbörse. Dort gibt es alles, von Schuhen über Bücher, hin zu Fernsehern und Schrankwänden, aber eben auch Geschirr und Dekoelemente. Alles, was man im eigenen Haushalt nicht mehr benötigt kann man dort abgeben und es wird für kleines Geld verkauft. Hier bekommt man Teller für 30 Cent und ein komplettes Geschirrset für 5 Euro. Wenn die Props in meinem Schrank überhand nehmen, bringe ich einen Teil dorthin wieder zurück und der nächste kann sie kaufen. Die Abgabe ist kostenlos, aber man verdient selbst auch nichts daran.

    Trotzdem ein toller Laden, der meinen Haushalt schon mit so einigem versorgt hat, was ich dort nie zu finden geglaubt habe. Bestimmt gibt es ähnliche Läden mit demselben Konzept auch in anderen Städten. Ähnlich aufgebaut sind auch Oxfam Shops, die z.T. ebenfalls Geschirr und Deko verkaufen.

    • Antworten
      ÜberSee-Mädchen
      12. April 2015 um 22:17

      Das klingt ja spannend, danke für den Tipp! Ich schreibe dir mal eine Mail wegen der Bachelorarbeit 😉

  • Antworten
    MalerKlecksi
    12. April 2015 um 18:40

    Ein toller Beitrag!
    Ich gehe immer mal wieder durch meine Wohnung und sehe manche Dinge mit ganz anderen Augen. Sachen, die bisher einfach nur als Deko rumstanden, oder manches Geschirr, dass durch den Lauf der Zeit nicht mehr vollständig ist und eigentlich zum nächsten Polterabend verwendet werden sollte, etc. Nun kommt gleich der Gedanke: „Heb´es lieber mal auf, kann vielleicht mal in ein Foto passen.“

    Liebe Grüße
    Alex

  • Antworten
    Charlotte
    13. April 2015 um 08:01

    Solche Posts liebe ich wirklich, finde es immer spannend zu hören, woher andere Blogger so ihre Requisiten beziehen. Und ja, die Angabe „Aus einem zauberhaften kleinen Laden in Südfrankreich“ ist leider wirklich wenig hilfreich. Ich persönliche beziehe Geschirr oft auf dem Flohmarkt, Geschirrtücher, Servietten und co bei Butlers, NanuNana oder Interio. Depot hat auch sehr schöne Sachen, jedoch möchte ich oft nicht gerne Geld für einen sündteuren Teller ausgeben, den ich außer zum Shooten nicht wirklich gebrauchen kann (kennst du so richtig unpraktisches Geschirr? Weil es eigentlich zu fragil/zu klein ist und man es sonst nie verwendet? Und dann braucht man ja wie du schreibst meistens alles in 2facher oder 3facher Ausführung…). Deswegen bin ich auch immer auf Schnäppchenjagd 🙂
    Aber zum Baumarkt muss ich auch mal unbedingt, um ein paar neue Fotohintergründe zu besorgen. Ein guter Tipp sind auch Fototapeten, ich verwende viele in Holzoptik und man kann sie so einfach verstauen ohne dass vie Platz benötigt wird!
    GLG und einen guen Wochenstart
    Charlotte

  • Antworten
    12mal12 April - heldenwetter
    4. Oktober 2015 um 20:17

    […] Bei Luzia Pimpinella wird eine Focaccia gebacken, die die ganze Nachbarschaft satt machen könnte, bei Joy the Baker gibt es ein Rezept für Avocado-Pommes mit Käse-Dip. Klingt beides absolut nach Fresskoma, oder? Einfach klasse! Und da ich selbst ja der Überzeugung bin, dass man jedes Lebensmittel zu absolut jeder Jahreszeit zubereiten und essen kann (Ich habe auch schon im Juni Vanillekipferl gebacken…), hier noch ein Rezept für Karottenkuchen und eines für Rübli-Muffins, die beide definitiv zu schade sind, um nur an Ostern ausprobiert zu werden. Wenn ihr das Ganze hinterher noch fotografieren wollt, hab ich noch einen Tipp für euch: Isabelle von Übersee-Mädchen verrät, woher man am besten Props bekommt. […]

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