Allgemein/ Photographie

Alte Berufe neu gelernt

Es gibt so Berufe, die aus dem kollektiven Gedächtnis fast verschwunden sind. Manche waren noch nie darin, weil sie so außergewöhnlich sind, doch viele sind ausgestorben oder werden als aussterbend gehandelt. Auch wenn die Berufspraktizierenden das meist anders sehen. Für eine Bewerbungsreportage habe ich mich mit solchen Beruf beschäftigt, das Motto war „Alte Berufe neu gelernt“. Wer lernt heute noch einen Beruf, der als aussterbend gilt? Wer wird (Huf-) Schmied, Schuhmacher oder Buchbinder? Und wie findet man überhaupt solch selten gewordene Berufstätige?

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Ich kann euch natürlich nicht den ganzen Text präsentieren, leider, denn das Bewerbungsverfahren ist noch im vollen Gange und die Reportage erst vor drei Wochen eingereicht. Was ich sagen kann: Es war anfangs nicht leicht und ging dann doch ganz schnell. Nach einer ersten Recherche, welche Berufe man überhaupt als aussterbend fasst, frage ich erst die örtlichen Unternehmen an. Das Problem: Orgelbauer und Steinmetz sahen sich nicht als aussterbend und auch die Lokalredaktion konnte nicht entscheidend weiterhelfen. Was blieb? Internet. Doch da sind viele, gerade ältere Vertreter eines aussterbenden Berufes nicht vertreten. Dennoch habe ich viel telefoniert, wendete mich letztlich an die Handwerkskammer und stieß auf Innungen. Einige Minuten Gespräch und der Termin stand fest, denn der Gesprächspartner beschäftigte selbst eine Azubine. Eine sehr interessante junge Frau, die ihren Beruf lebt und sich dennoch auch eine weitere Ausbildung vorstellen kann. Ein Widerspruch? Vielleicht. Widersprüche sind interessant wie der Tag es war.

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Eine Buchbinderei ist außerdem eine traumhafte Kulisse! Unmengen von Büchern jeden Alters, besonders spannend sind natürlich die alten, dicken Wälzer. Das älteste Buch dieses Tages war aus dem 15. Jahrhundert und ich traute mich kaum, es zu berühren. Doch schon das brüchige Papier der Bücher aus dem 19. Jahrhundert schien einer sehr fremden Welt zu entstammen, schon weil sie in lateinischer Sprache verfasst waren. Kontrastprogramm waren moderne Buchkassetten und fein geprägte Speisekarten, ein überraschend spannender Beruf! Am besten gefieln mir die zahlreichen Schubladen mit Prägestempeln aller denkbaren Schriften und Schriftgrößen.

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Ein Kommentar

  • Antworten
    Leah
    21. März 2014 um 08:31

    Ich bin gespannt darauf, den ganzen Artikel zu lesen, falls du den irgendwann online veröffentlichen darfst. Mich interessieren alte Berufe und Bücher – also die richtigen aus Papier – liebe ich sowieso. Die mittlere Bilderserie mit den Händen gefällt mir sehr, da sie wirklich veranschaulicht, wie die Menschen, welche diesen Beruf ausüben, arbeiten.

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